FÖRDERVEREIN

PALLIATIVSTATION

PALLIATIVMEDIZIN KONKRET

PALLIATIVNETZ
HAMBURG WEST


BERATUNGS- UND
HAUSBETREUUNGSDIENST
faq
FRAGEN & ANTWORTEN
1. Was ist Palliativmedizin?
›› Palliativmedizin versteht sich im lateinischen Wortsinn (Pallium= der Schutzmantel) als „ummantelnde“, also beschützende ganzheitliche Behandlung und Pflege von schwerstkranken Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Auf der Palliativstation werden Patienten mit fortgeschrittenen, unheilbaren Erkrankungen von einem Team speziell ausgebildeter Ärzte, Krankenschwestern, Seelsorgern und ehrenamtlicher Mitarbeiter behandelt und betreut. Neben der medizinischen Versorgung steht die menschliche Fürsorge im Zentrum der Palliativmedizin. Seelische Unterstützung durch Gespräche, Zuhören und Dasein schützen vor Angst und Einsamkeit. Die Entlassung nach Hause, in ein Hospiz oder Pflegeheim nach Erreichung von höchstmöglicher Schmerzfreiheit und Linderung der Begleitsymptome wird immer angestrebt.  Ziel der Palliativbehandlung ist die Erhaltung einer bestmöglichen Qualität der noch verbleibenden Lebenszeit.

2. Wie sieht die medizinische Versorgung konkret aus?
›› Auf der Palliativstation besteht die ärztliche Behandlung in einer individuell abgestimmten Therapie der Schmerzen und aller Begleitsymptome schwerster Erkrankungen. Bereits nach relativ kurzer Zeit kann eine optimale Schmerzlinderung erreicht werden. Der Kontakt zu den ambulant behandelnden Ärzten oder einweisenden Krankenhäusern wird genutzt, um den Zustand der Erkrankung einzuschätzen und weiterführende Maßnahmen zu planen. Der Patient wird von den behandelnden Ärzten in alle Überlegungen, die seine Person betreffen, einbezogen, sofern dies möglich ist. Aufwendige Untersuchungen, Operationen oder Behandlungen werden nur durchgeführt, wenn diese der Verbesserung der Lebensqualität dienen.

3. Wer wird auf der Palliativstation aufgenommen?
›› Aufgenommen werden alle Patienten mit einer weit fortgeschrittenen und nicht mehr heilbaren Erkrankung und begrenzter Lebenserwartung, deren körperliche und seelische Beschwerden oder sozialen Konflikte zu Hause oder auf allgemeinen Krankenhausstationen nicht mehr ausreichend behandelt werden können.

4. Wie kann man einen Patienten für die Station anmelden?
›› Die Anmeldung eines Patienten auf der Station kann durch den behandelnden niedergelassenen Arzt aber auch durch den Patienten oder seine Angehörigen erfolgen. Auch andere Krankenhäuser oder Pflegeheime können eine Verlegung oder Aufnahme auf die Palliativstation organisieren. In jedem Fall ist bei der Aufnahme eine Krankenhauseinweisung eines Arztes notwendig.

5. Wer trägt die Kosten für den Aufenthalt?
›› Den Aufenthalt und die Behandlung übernehmen die Krankenkassen oder Versicherungen. Dem Patienten selbst entstehen mit dem Aufenthalt auf der Station nur die üblichen Krankenhauskosten. Die notwendigen Mehrkosten durch aufwendige Pflege und den Palliativberatungsdienst sowie den Palliative Care Beratungsdienst werden durch den Förderverein und seine Spendensammlung getragen.

6. Wie werden die Angehörigen bei der Palliativmedizin eingebunden?
›› Die Angehörigen der Patienten können stets auf der Station anwesend sein, wenn sie dies wünschen. Sie werden, soweit sie dies möchten, in die Pflege des Patienten einbezogen und angelernt. Sie können auch mal in einem Gästeklappbett im Patientenzimmer übernachten und das Wohnzimmer nutzen, wo es eine Kochgelegenheit gibt. Sie werden in alle Überlegungen miteinbezogen, ermutigt und informiert, wenn es um eine Entlassung nach Hause geht.

7. Was ist der Unterschied zwischen Palliativstation und einem Hospiz?
›› Auf der Palliativstation werden die Patienten mit dem Ziel behandelt, ihre Beschwerden zu lindern und ihre Lebensqualität zu verbessern, um sie dann möglichst in die häusliche Umgebung oder eine Pflegeeinrichtung zu entlassen. Ein Hospiz ist eine solche spezielle Pflegeeinrichtung, in der Patienten durch Haus- und Fachärzte in der Regel bis zu ihrem Tod betreut werden.

8. Wie steht die Palliativmedizin zu Sterbehilfe und Hilfe zur Selbsttötung?
›› Sterbehilfe wie auch eine Hilfe bei der Selbsttötung durch Ärztinnen und Ärzte lehnt die Palliativmedizin ab. Sie steht dafür, dass schwerstkranke und sterbende Menschen auf eine menschenwürdige Betreuung und Begleitung vertrauen können. Der Palliativmedizin geht es um fürsorgliche Begleitung, Linderung von Schmerzen und das Zulassen des Sterbens.

9. Wie sieht die Pflege auf der Palliativstation konkret aus?
›› Das Pflegeteam ist rund um die Uhr für die Betreuung der Patienten auf der Palliativstation zuständig. Die Pflegekräfte haben eine Zusatzqualifikation in „Palliative Care“ erlangt, die ihnen ermöglicht, individuell auf die jeweiligen Notwendigkeiten der schwerstpflegebedürftigen Menschen einzugehen. Respekt vor der Würde des Einzelnen und die weitestgehende Berücksichtigung seiner Wünsche gehören zum Alltag. Die Pflegekräfte verfolgen keinen starren Tagesablauf, sondern lassen sich vom Befinden des Patienten und seinen Wünschen nach Mahlzeiten oder Körperpflege leiten.
Sie sind in der Lage, die Schmerztherapie und Symptombehandlung professionell umzusetzen und zu kontrollieren. Sie helfen dem Patienten in allen Belangen pflegerischer, sozialer oder psychischer Art bzw. ziehen Experten zu Rate. Der Förderverein finanziert 3.75 Schwesternstellen - ohne diese zusätzliche Personalausstattung wäre palliative Pflege nicht möglich.
Dr. med. Hans-Joachim Lehmann
Dr. med. Hans-Joachim Lehmann, Leitender Arzt der Station, vom ersten Tag an der Facharzt für Anästhesie und Schmerztherapie, Arzt für Palliativmedizin und engagierte Vorreiter im Bereich Palliativmedizin.